lmdfdg.at

Leitfaden 1

Richtig googeln: Suchbegriffe, Fragen und Filter im Überblick

Mit klugen Suchbegriffen, besseren Fragen und den passenden Filtern findest du schneller, was du suchst.

18. September 2026 · 9 Minuten Lesezeit

Große Lupe über einem Feld aus vielen kleinen Rechtecken, von denen eines hervorgehoben ist

Stell dir vor, eine Waschmaschine wandert beim Schleudern quer durchs Badezimmer. Wer „Waschmaschine kaputt“ eintippt, bekommt Werbung für Reparaturdienste, Händlerseiten und ein Forum mit vierzehn Seiten Streit. Nach einer Stunde ist ein Termin beim Techniker gebucht. Dabei stand die Lösung vermutlich in der dritten Zeile des Herstellerhandbuchs: Die Transportsicherungen waren noch drin.

Das Problem war nicht die Suchmaschine. Es war die Frage. Richtig googeln lernen ist keine Frage von Talent. Suchen ist eine Fertigkeit, und sie lässt sich üben wie das Kopfrechnen: nicht schwer, aber wer es nie gelernt hat, merkt es erst, wenn andere es in der halben Zeit schaffen.

Suchbegriffe wählen: Mit dem Ergebnis im Kopf anfangen

Bevor du etwas eintippst, hilft eine einzige Überlegung: Wie sähe die Seite aus, auf der die Antwort steht? Ein Handbuch? Ein Forenbeitrag? Eine Behördenseite? Eine Tabelle? Wer das weiß, kann die Suchbegriffe wählen, die auf dieser Seite vorkommen, nicht die Wörter, die im eigenen Kopf kreisen.

„Waschmaschine kaputt“ beschreibt ein Gefühl. „Waschmaschine wandert beim Schleudern“ beschreibt ein Symptom, und genau so steht es in Handbüchern und Foren. „Transportsicherung Waschmaschine entfernen“ beschreibt die Lösung, wenn man sie schon ahnt. Je näher die Suchbegriffe an dem Text liegen, den du finden willst, desto weiter oben steht er.

Eine nützliche Gewohnheit: Schreib die erste Suche so, wie du es einer Freundin am Telefon sagen würdest, und streich dann alle Wörter, die nichts Konkretes benennen. „Ich glaube, dass meine Waschmaschine irgendwie nicht mehr richtig funktioniert“ wird so zu „Waschmaschine springt beim Schleudern“.

Stichwörter oder ganze Fragen?

Beides funktioniert, und beides hat seinen Platz. Google versteht heute auch vollständige Sätze, etwa „Wie lange sind Eier hart gekocht?“. Für faktische Fragen mit einer kurzen Antwort, zum Beispiel nach einem Datum, einer Zahl oder einer Definition, sind ganze Fragen oft die bessere Wahl, weil die Suchmaschine dann gezielt nach einem Auszug sucht, der die Antwort enthält und direkt über den Treffern anzeigt.

Für Probleme und Rechercheaufgaben sind Stichwörter praktischer. Beim richtig googeln kommt es auf die Aufgabe an: Wer ein Thema erkundet, will keine Antwort auf eine einzelne Frage, sondern eine Auswahl guter Quellen. „Mietrecht Österreich Kündigungsfrist Wohnung“ führt auf einen Ratgeber oder auf die Seite des Bundesministeriums für Justiz, die Frage „Kann mich mein Vermieter einfach rausschmeißen?“ führt eher in Foren.

Ein guter Mittelweg: Erst eine Stichwortsuche, und wenn du auf einer Seite eine brauchbare Spur findest, stellst du die gezielte Frage dazu.

Die Reihenfolge der Wörter

Die Suchmaschine gewichtet nicht nur, welche Wörter du eintippst, sondern auch, welche zuerst kommen. Das wichtigste Wort gehört nach vorn. Wer ein Rezept sucht, schreibt „Kaiserschmarrn Rezept ohne Rosinen“, nicht „ohne Rosinen Rezept Kaiserschmarrn“. Das Ergebnis ist ähnlich, aber nicht gleich, und bei langen Suchanfragen wird der Unterschied größer.

Das Gleiche gilt für Wörter, die dir selbstverständlich erscheinen. Wer „Bank“ eintippt, bekommt Geldinstitute und Sitzgelegenheiten durcheinander. Ein zweites Wort räumt auf: „Bank Wien Filiale“ oder „Bank Parkbank Holz“. Eine Mehrdeutigkeit kostet dich fast immer die erste Ergebnisseite.

Eine Lupe über einer Ergebnisseite aus gestapelten Karten, die erste mit Sternchen, eine Hand zeigt darauf

Anführungszeichen, Minus und mehr

Drei kleine Zeichen verändern die Suche spürbar, und mehr brauchen die meisten Menschen nie.

Anführungszeichen um eine Wortgruppe verlangen, dass genau diese Wörter in genau dieser Reihenfolge vorkommen. Wer ein Zitat zuordnen will, setzt es in Anführungszeichen. Nützlich ist das auch bei Fehlermeldungen, etwa bei einer unverständlichen Meldung von Windows: Der vollständige Text in Anführungszeichen findet fast immer jemanden, der dasselbe Problem hatte.

Das Minuszeichen direkt vor einem Wort, ohne Leerzeichen, schließt es aus. Wer „Jaguar Geschwindigkeit“ sucht und keine Autos möchte, ergänzt „-auto“. Das funktioniert auch für Händlerseiten: „Laufschuhe Test -kaufen“ verringert die Zahl der Shops.

Mit „site:“ begrenzt du die Suche auf eine einzige Website. „site:oesterreich.gv.at Reisepass“ durchsucht nur das österreichische Behördenportal. Das ist oft schneller als jede Suche auf der Website selbst. Eine ausführlichere Erklärung samt Tabelle findest du im Leitfaden zu den Suchoperatoren.

Die Ergebnisseite lesen

Viele klicken gleich auf den ersten Treffer. Besser ist ein kurzer Blick auf die ganze Seite, weil sie mehr verrät, als man denkt.

Ganz oben stehen häufig bezahlte Anzeigen. Sie sind als „Gesponsert“ gekennzeichnet, aber die Kennzeichnung ist klein. Wenn du etwas Konkretes suchst und der erste Treffer wie eine Verkaufsseite aussieht, ist er vermutlich eine Anzeige. Darunter folgen die gewöhnlichen Ergebnisse, manchmal unterbrochen von einem Kasten mit Antwort, mit Bildern, Videos oder Karten. „Ähnliche Fragen“ klappen aus, wenn du sie anklickst, und zeigen, was andere im Zusammenhang gefragt haben. Das ist ein guter Hinweis darauf, welche Wörter du noch nicht probiert hast.

Die Adresszeile unter dem Titel verrät die Quelle. Eine Behörde, eine Zeitung, eine Universität oder ein Hersteller sind in der Regel verlässlicher als eine Seite, die du nicht kennst. Das ist keine Garantie, aber ein brauchbarer Anfang.

Und noch etwas: Schau auf das Datum. Bei Technikfragen kann ein Text von vor fünf Jahren komplett veraltet sein, weil sich Menüs, Preise und Gesetze geändert haben. Bei Fragen zu Kochen oder Geschichte spielt das Datum kaum eine Rolle.

Zeitraum und Filter

Unter dem Suchfeld gibt es auf der Ergebnisseite den Punkt „Tools“, und dort sitzen die wichtigsten Filter. Wer richtig googeln will, nutzt sie öfter als gedacht. Dort lässt sich der Zeitraum eingrenzen, etwa auf die letzte Woche oder das letzte Jahr. Das ist praktisch bei Dingen, die sich rasch ändern: Software-Fehler, Fahrpläne, Regelungen. Die Bildersuche hat ähnliche Filter für Größe, Farbe und Lizenz, und auch dort lohnt es sich, die Filter einmal durchzugehen.

Wer genauere Zeiträume braucht, kann sie auch im Suchfeld festlegen, mit „before:“ und „after:“ und einem Datum im Format Jahr-Monat-Tag. Beispielsweise liefert „Wahlprognose after:2024-06-01“ nur Treffer, die nach diesem Tag erschienen sind.

Region und Sprache der Suche

Google richtet die Treffer nach deinem Standort und deiner Sprache aus. Wer in Österreich nach „Bank“ sucht, bekommt andere Ergebnisse als jemand in der Schweiz, und das ist meistens richtig so. Manchmal stört es: Wer ein deutsches Gesetz recherchiert, sieht österreichische Seiten, oder wer einen Fachbegriff aus der englischsprachigen Welt sucht, bekommt Übersetzungen ohne Originalquelle. Unter den Suchoptionen lassen sich Sprache und Region umstellen, und ein Ergänzungswort wie „Deutschland“ oder „Schweiz“ in der Suche wirkt ebenfalls.

Auch die Domain, über die man sucht, ist nicht entscheidend. Die Ergebnisse unterscheiden sich kaum, ob man google.at oder google.com aufruft. Maßgeblich sind der Standort, die Spracheinstellung und, wenn man angemeldet ist, der bisherige Verlauf.

Richtig googeln, wenn nichts Passendes kommt

Manchmal findet man trotz sauberer Suche nichts. Dafür gibt es ein paar Auswege.

Erstens: ein anderes Wort für dieselbe Sache. Was im Alltag „Meldezettel“ heißt, nennt die Behörde „Meldebestätigung“, und was Handwerker „Fugen“ nennen, steht in Dokumenten als „Dichtstoff“. Fachbegriffe öffnen oft die richtigen Türen. Zweitens: in die andere Sprache wechseln. Viele Fehlermeldungen, Handbücher und wissenschaftliche Texte gibt es zuerst auf Englisch, und die deutsche Fassung kommt Jahre später oder nie. Drittens: das Gegenteil suchen. Wer nicht findet, wie man etwas macht, findet vielleicht, warum es nicht geht.

Und viertens, der Klassiker: die Frage anders aufziehen. Statt „Wie repariere ich X?“ lieber „X Symptom Ursache“. Das führt oft auf eine Fehlersuche statt auf eine Werbeseite.

Was du beim Suchen im Blick behalten solltest

Wer richtig googeln lernen will, übt am besten an Fragen aus dem eigenen Alltag und nimmt sich dabei die Zeit, Quellen zu vergleichen. Suchmaschinen sind keine Autoritäten, sondern Vermittler. Sie zeigen, was gut auffindbar ist, nicht unbedingt, was stimmt. Vor allem bei Gesundheit, Geld und Recht lohnt ein zweiter Blick auf eine Quelle, die für das Thema zuständig ist: bei Medikamenten die Packungsbeilage und die Apotheke, bei Steuern das Finanzamt, bei Rechtsfragen eine Beratungsstelle wie die Arbeiterkammer.

Und wenn jemand dir einen Suchlink schickt, wie ihn dieses Projekt erzeugt, dann ist es meist nicht böse gemeint. Die Frage steht in der Adresse, du kannst sie lesen, bevor du sie öffnest. Das ist eine Eigenheit solcher Links, die sich im Alltag gut nutzen lässt.

Tippfehler, Autokorrektur und die Frage, wie lange du suchen solltest

Google korrigiert Tippfehler selbst und schreibt dann „Ergebnisse für …“ über die Treffer. Das ist meist hilfreich. Bei Eigennamen, Fachbegriffen und Produktnummern kann die Korrektur aber danebenliegen. Direkt darunter steht dann „Stattdessen nach … suchen“, und mit einem Klick darauf erzwingst du deine Schreibweise. Wer immer wieder die gleiche Korrektur sieht, sollte prüfen, ob er sich wirklich verschreibt oder ob der Begriff schlicht selten ist.

Auch kleine Füllwörter schaden selten, aber sie nützen auch nicht. „Wie kann ich eigentlich am besten ein Foto verkleinern“ liefert dasselbe wie „Foto verkleinern“, nur mit mehr Rauschen. Das Gleiche gilt für Höflichkeitsformen. Eine Suchmaschine muss nicht gebeten werden.

Eine Faustregel, die sich bewährt: Drei Versuche, dann den Ansatz ändern. Wer dreimal dasselbe in leicht anderer Reihenfolge eintippt, bekommt dreimal dasselbe. Besser ist, nach dem zweiten Misserfolg ein neues Wort zu suchen, das die Sache aus einer anderen Richtung beschreibt, oder die Frage in zwei kleinere zu teilen.

Eine Waage: links Dokumente mit Häkchen, rechts eine Sprechblase mit Fragezeichen, daneben eine kleine Lupe

Die Suchzeile kann mehr, als Seiten zu verlinken. Wer „17 % von 340“ eingibt, bekommt einen Taschenrechner. „5 Meilen in Kilometer“ wird zu einer Umrechnung, „Wetter Innsbruck“ zeigt die Vorhersage, und „Uhrzeit Tokio“ nennt die Ortszeit. Für Wörter hilft der Zusatz „Bedeutung“ hinter dem Begriff. Das spart oft den Klick auf eine Wörterbuchseite.

Auch Flugnummern, Paketnummern vieler Zusteller und Aktienkürzel werden oft direkt erkannt. Ob das bei deiner Nummer klappt, siehst du schnell: Erscheint ein eigener Kasten über den Treffern, hat die Suche sie erkannt. Erscheint er nicht, hilft der Name des Anbieters als zusätzliches Wort.

Bilder suchen, auch mit Bildern

Die Bildersuche findet Fotos zu einem Stichwort, aber sie kann auch umgekehrt arbeiten: Mit Google Lens lässt sich ein Foto hochladen, und die Suche zeigt, woher es stammt oder was darauf zu sehen ist. Das ist praktisch bei einer Pflanze im Garten, einem Möbelstück ohne Herstellernamen oder einem Foto, das in einer Nachricht ohne Quelle auftaucht. Ein Treffer ist keine Garantie, aber ein guter erster Hinweis.

Beim Verwenden gefundener Bilder gilt: Nur weil ein Foto in der Suche erscheint, darf man es nicht frei verwenden. Der Filter „Nutzungsrechte“ unter „Tools“ schränkt auf Bilder mit offener Lizenz ein, und selbst dann sollte man die Lizenz auf der Quellseite lesen.

Quellen prüfen, bevor du dich darauf verlässt

Eine Seite, die weit oben steht, ist nicht automatisch richtig. Ein paar Fragen helfen bei der Einschätzung: Wer hat die Seite geschrieben, und gibt es ein Impressum? Wann wurde sie zuletzt aktualisiert? Nennt der Text seine eigenen Quellen? Stützt sich eine überraschende Behauptung auf eine einzige Seite, oder berichten mehrere unabhängige Stellen davon?

Besonders lohnt sich das bei Zahlen. Wenn zwei Seiten unterschiedliche Werte nennen, klick dich zur ursprünglichen Quelle durch, etwa zur Statistik Austria oder zum Hersteller. Oft zeigt sich dann, dass eine Seite eine veraltete Tabelle abgeschrieben hat.

Häufige Fragen

Muss ich bei Google Anführungszeichen setzen?

Nur wenn die Wörter in genau dieser Reihenfolge vorkommen sollen. Für normale Suchen sind sie nicht nötig und schränken die Trefferzahl oft zu stark ein.

Spielt Groß- und Kleinschreibung eine Rolle?

Bei der Suche selbst nicht. „wien“ und „Wien“ liefern dasselbe. Auch Umlaute dürfen oft als „ae“, „oe“ oder „ue“ geschrieben werden, die Treffer fallen dann aber manchmal ein wenig anders aus.

Wie viele Wörter sind gut?

Zwei bis sechs. Weniger ist oft zu allgemein, mehr führt häufig dazu, dass Wörter ignoriert werden, wenn keine Seite alle enthält.

Wann lohnt sich eine andere Suchmaschine?

Wenn du Datenschutz wichtiger nimmst als Komfort, kann DuckDuckGo sinnvoll sein. Für Bildersuche und für Karten sind Google und Bing stark. Für lokale Fragen sind Karten-Apps oft besser als jede Websuche.

Weiterlesen

↑